Trainingselemente

Abb.1: Säulenmodell TK Köln
Abb.1: Säulenmodell TK Köln

Basis: Kreative Konfliktlösung ist eine Lösung jenseits von Sieg und Niederlage

Konflikte bieten die Chance, Wachstum und positive Veränderungen zu bewirken.

Im Alltag erleben wir Konflikt häufig als Versuch einer Person/Gruppe, ihre Interessen gegen andere durchzusetzen ohne die Interessen der anderen zu berücksichtigen. Gängige Verhaltensweisen in Konflikten sind Verharmlosen, Flucht, Angriff, Unterwerfung. Gemeinsam ist diesen Reaktionsmustern, dass sie auf einem Konfliktverständnis von Sieg und Niederlage beruhen.

Ein gewaltfreies Konfliktverständnis sieht in Konflikten wichtige Signale, dass etwas (nicht mehr) stimmt und verändert werden muss (vgl. Bedürfnis---Problem---Konflikt---Krise ). Nicht die Konfliktparteien sind das Problem, sondern sie haben ein gemeinsames Problem (Schaubild A---->B). Das Spektrum möglicher Konflikthintergründe wird durchleuchtet und die Interessen der Konfliktparteien herausgearbeitet (Schaubild Konfliktdreieck). Lösungen, die alle Konfliktparteien zufriedenstellen, werden möglich.

Der hier angetippte theoretische Hintergrund eines gewaltfreien Konfliktverständnisses wird im Training vorgestellt und die unterschiedlichen Herangehensweisen in Übungen verdeutlicht.

Säule 1: Aufmerksamkeit und Wahrnehmung

Eine Situation umfassend erkennen und einschätzen zu können ist Voraussetzung für effektives Handeln. Vor allem im Anfangsstadium eskalierender Konflikte ist dies notwendig um rechtzeitig deeskalierend wirken zu können. Mit verschiedenen Übungen machen wir uns unsere Fähigkeiten bewusst und erfahren die Möglichkeiten, diese zu erweitern. (Vgl. Aufbautraining 1)

Säule 2: Stabilität und Selbstsicherheit

Stabilität und Selbstsicherheit sind Voraussetzung dafür, dass wir die verschiedenen Konfliktparteien gelassen und tatsächlich wahrnehmen können, unsere Möglichkeiten und Fähigkeiten realistisch einschätzen und so nicht z.B. durch Panik zu "Kurzschlusshandlungen" greifen.

Übungen zum (Wieder-)Erlangen der eigene Stabilität sind u.a. Atem- und Körperübungen zur Zentrierung und für das Innere wie äußere Gleichgewicht. Sie kommen u.a. aus dem Tai Chi und Aikido. Auch der Umgang mit eigener Aggression und Ängsten oder Ohnmachtsgefühlen wird hier thematisiert.

Säule 3: Kommunikation und Kontaktfähigkeit

Wir gehen davon aus, dass eine häufige Ursache von Konflikten darin liegt, dass zwischen den Konfliktparteien keine wirkliche Kommunikation besteht, in der sich alle Seiten darum bemühen, die andere Seite zu verstehen. Oft sind Missverständnisse oder das Gefühl, nicht ernst genommen oder gehört zu werden die Ursache, dass eine Situationen eskaliert. Zuhör- und Kommunikationsübungen, Übungen zum Umgang mit Gruppen oder Einzelpersonen, die keine Kommunikation wollen, sowie Körper- und Kontaktübungen, die den nonverbalen Anteil der Kommunikation betrachten, stehen hier im Vordergrund.

Säule 4: Ziele und Prioritäten

Hier werden Situationen, die die Teilnehmenden erlebt haben in Rollenspielen, Eingreif- oder Statuentheater bearbeitet. Gemeinsam sucht die Gruppe nach Handlungsalternativen und probiert diese aus.

Fragen dabei sind u.a.: Welche Ziele verfolge ich mich meiner Handlung, welche Prioritäten habe ich, was sind die geeigneten Vorgehensweisen für meine Ziele, was wirkt in dieser Situation deeskalierend?

Auch das Wiedererleben alter Gefühle und ihr Einfluss auf die eigene Zielsetzung und das eigene Verhalten werden hier betrachtet.

Säule 5: Ideen und Informationen

Ideen und Informationen, die eine Gruppe für ihre Arbeit wünscht, werden hier vermittelt, z.B. Hilfen zur Entscheidungsfindung, Vermittlung von Konzepten, Grundkenntnisse im Fundraising, Erfahrungsberichte anderer Gruppen u.s.w.

Zu diesem Bereich gibt es mittlerweile auch eigenständige Trainings, die sogenannten Organizer-Trainings, die sich gezielt an Initiativen in den sozialen Bewegungen richten.

Dach:

Im Rahmen der Trainings wird von den Teilnehmenden erfahren, dass Konfliktfähigkeit und Zivilcourage erlernbar sind.

Die Übungen ermöglichen, je nach Schwerpunkt, ein größeres Bewusstsein für Gewalt und Gewaltstrukturen, Rassismus, Sexismus und Klassenverhältnisse bzw. Privilegien zu entwickeln.

Dabei wird auch die Notwendigkeit, Verantwortung sowohl für begrenzte Situationen als auch für gesamtgesellschaftliche Verhältnisse zu übernehmen, deutlich.

Kenntnisse über kreative Konfliktlösung, praktische Erfahrungen aus den Übungen zu verschiedenen Säulen, Bewusstsein für Gewalt und Übernahme von Verantwortung ermöglichen es, Sprachlosigkeit zu überwinden und handlungsfähig zu werden.



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