Konfliktverständnis aus gewaltfreier Sicht

 
Abb.: Konfliktentwicklung
Abb.2: Krisenentstehung

Bedürfnisse, die ständig nicht befriedigt werden, führen für die betroffenen Personen zu Problemen. Werden diese Probleme nicht verstanden und gelöst, kommt es zu Konflikten. Wenn die Konflikte nicht gelöst werden, kommt es zur Krise, wobei diese Kette sowohl in einer Person als auch zwischen Menschen ablaufen kann (nach Julio Quan).
 


Abb.: Eskalationskurve

Abb.3: Eskalationskurve

Konflikte nehmen wir meistens wahr, wenn sie eskalieren und haben dann das Bedürfnis „irgendetwas zu tun. Je weiter die Eskalation fortgeschritten ist. desto schwieriger wird es einzugreifen. Jeder Konflikt hat jedoch eine Vorgeschichte und ein Nachher. Je früher ein ansteigen der Eskalation bemerkt wird, desto mehr Möglichkeiten lassen sich finden, den Verlauf zu beeinflussen.

Abb.: Destruktive Einstellung

Abb.4: Destruktiv: Die andere Person wird als Problem wahrgenommen

Meinungsverschiedenheiten entwickeln sich oft zu persönlichen Konflikten. Unterschiedliche Sichtweisen zu bestimmten Problemen werden in Vorwürfen gegen die andere Person und Unterstellungen über ihren Charakter und ihre Motive geäußert. Immer mehr Probleme werden angesprochen, aus einem Gefühl der Verwirrung und Ratlosigkeit wird der Kontakt immer weiter eingeschränkt, Gespräche mit Menschen, die mit der eigenen Meinung übereinstimmen werden gesucht. Oft endet der Streit in einer Sackgasse, aus der die Beteiligten ohne Hilfe nicht mehr herauskommen.

Abb.: Konstruktive Einstellung

Abb.5: Konstruktiv: Das Problem wird erkannt und gemeinsam gelöst

Eine konstruktive Konfliktbearbeitung bedeutet, Lösungen zu suchen, ohne die Person des Gegenübers anzugreifen oder abzuwerten. Alle Konfliktbeteiligten übernehmen gemeinsam die Verantwortung für das Problem und suchen zusammen eine Lösung.

So wie zwischen Personen und Problemen unterschieden werden muss, ist eine Trennung zwischen Positionen und Interessen notwendig. Positionen sind feste Vorstellungen darüber, wie die Lösung eines Konfliktes aussehen soll. Ein Austausch auf dieser Ebene lässt oft den Eindruck aufkommen, dass eine einvernehmliche Lösung kaum möglich ist. Bei einem Austausch über die den Positionen zugrundeliegenden Interessen zeigt sich meist, dass diese auf unterschiedliche Weisen befriedigt werden können. Ein offenlegen der Interessen eröffnet neue Möglichkeiten für Lösungen.
 

Beispiel:
Zwei Schwestern streiten sich um eine Orange. Im Alltag sieht dies oft komplizierter aus. Schnell wird aus der z.B. der Frage eines Partners "Gehen wir heute Abend aus?" eine Beziehungsdiskussion, die Frage der Tochter "Darf ich mit meinem Freund in den Urlaub fahren?" springt in eine Diskussion über Werte (z.B. darüber, was Kinder mit 16 schon dürfen).


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